Immer dienstags isst alles Banane
Rosensteinschüler bedanken sich auf ihre Art für Obstspenden vom Großmarkt Stuttgart

Seit Pfingsten erhalten die 400 Schüler der Rosensteinschule im Norden jede Woche eine Obstlieferung, für die sie nichts bezahlen müssen. Gestern haben sie sich dafür mit Breakdance, Rap und Flötentönen bei den Sponsoren bedankt. Die waren beeindruckt.

Dass es bei vielen von ihnen zu Hause eng hergeht, dass kaum Geld da ist für eine gesunde Ernährung, für Frühstück oder Mittagessen, das würde von den Kindern an der Rosensteinschule keines so ohne weiteres zugeben. Die Schulleiterin Ingrid Macher weiß es aber: "Viele Kinder kommen ohne was zu essen in die Schule, ohne gefrühstückt zu haben, oft schlafen sich die Eltern derweil noch aus." Deshalb ist die Rektorin froh, dass seit Pfingsten jeden Dienstag eine Ladung Obst an die Schule geliefert wird für die Kinder - kostenlos.

Die Aktion wurde initiiert vom Förderverein Kinderfreundliches Stuttgart, dessen Geschäftsführerin Roswitha Wenzl von Zeitungsberichten über Kinderarmut alarmiert war. Über sie kam der Kontakt zum Großmarkt zustande. Und so liefert der Obstgroßhändler Helge Franceschetti seit Pfingsten jede Woche 400 Bananen oder Äpfel an die Rosensteinschule - und versorgt darüber hinaus auch die 600 Kinder der Grund- und Hauptschule Ostheim, die aus ähnlichen Lebensverhältnissen stammen. Und Karl Kübler, der Geschäftsführer der Märkte Stuttgart beteiligt sich an den Kosten und hilft bei der Logistik.

Dem Riesenapplaus, mit dem die Rosensteinschüler gestern die beiden Herren und Roswitha Wenzl in der Turnhalle begrüßten, hörte man an, dass er nicht einstudiert war. Den Schülern schien es ein wirkliches Anliegen zu sein, sich für das geschenkte Obst zu bedanken - gerade in Zeiten, wo man sonst eigentlich gar nichts geschenkt bekommt. Mit Breakdance vom Feinsten, samt Spagat, Handstandüberschlag und aberwitzigen Drehungen, aber auch mit selbst ausgedachten Raptexten revanchierten sich die Hauptschüler, mit Blockflöteneinlagen und anrührenden persönlichen Dankesworten die Grundschüler. "Danke schön für das tolle Obst, es hat sehr lecker geschmeckt - und wir freuen uns", sagt ein kleines Mädchen und gibt den Herren und Roswitha Wenzl die Hand.

Nun hofft Ingrid Macher, dass sich auch im nächsten Schuljahr eine Lösung findet. Franceschetti und Kübler wollen den Förderverein auch weiter stützen. Man denke über Obstpatenschaften nach, die gezielt vergeben werden. "Wir fangen damit in den Brennpunktschulen an", sagt Wenzl. Auch Elternabende seien geplant, um über gesunde Ernährung zu informieren. Die Eltern müssen auch ins Boot, "dann klappt's", meint Franceschetti. Von den politischen Phrasendreschern und Nichtstuern habe er die Nase voll.

Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 11. Juni 2008 – Bericht: Inge Jacobs, Foto: Steinert

Info-Service:
Der Großmarkt Stuttgart in unserer Großmärkte-Tour
Kontakt zum GFI-Vorstand

   

GFI-News
FM-News
Kalender